Spiel- und Dokumentarfilme

Kino: Robin Campillo „120 BPM“

Mit emotionaler Wucht und nah an der Realität zeigt Robin Campillos „120 BPM“ die Auswirkungen der Aidskrise Anfang der 90er Jahre. Sein Drama, bei den Filmfestspielen in Cannes u.a. mit dem Großen Preis der Jury und den queeren Filmpreis, der Queer Palm, ausgezeichnet, spielt zwar in Frankreich und stellt den Kampf der Pariser ACT-UP-Aktivist_innen ins Zentrum. Es entfaltet jedoch ein solch breites Panorama zum Leben, Lieben und Leiden in jenen Jahren vor dem medizinischen Durchbruch mit der HIV-Kombinationstherapie, dass sich auch viele Menschen hierzulande sofort wiedererkennen werden. "'120 BPM' ist keine Dokumentation, kommt aber der Wirklichkeit, der historischen wie der emotionalen, so nahe, wie dies in einem Spielfilm nur möglich sein kann", heißt es in der Besprechung auf magazin.hiv.

„120 BPM“ („120 battements par minute“). Frankreich 2017. Regie: Robin Campillo, mit Nahuel Perez Biscayart, Arnaud Valois, Adèle Haenel, Antoine Reinartz, Felix Maritaud. 144 min. Als DVD erscheinen bei Salzgeber Medien.

Trailer und Website zum Film: www.120BPM-film.de

Kino: Christoph Honoré „Sorry Angel“

Artur steht erst am Anfang seines Weges. Euphorisch und ungestüm erforscht der 20-Jährige seine gerade entdeckte schwule Sexualität. Der Mittdreißiger Jacques, ein gutaussehender Schriftsteller, hingegen spielt auf Zeit. Die HIV-Medizin ist Anfang der 90er Jahr noch nicht so weit, die Aids-bedingten Erkrankungen stoppen zu können. So unterschiedlich die Perspektiven und Persönlichkeiten dieser beiden Männer sind: sie verlieben sich und werfen die eigenen Bedenken und Beschränkungen über Bord. „Plaire, aimer et courir vite“ (deutscher Verleihtitel „Sorry Angel“) spielt wie das ACT-UP-Drama „120 BPM“ zum Höhepunkt der Aidskrise in Frankreich, doch anders als Robin Campillo konzertiert sich Christophe Honoré nicht auf deren gesellschaftspolitischen Folgen, sondern auf die Auswirkungen auf Freund- und Partnerschaften, auf die Liebe und die Sexualität.

Plaire, aimer et courir vite“ (deutscher Verleihtitel „Sorry Angel“). Frankreich 2017. Buch und Regie Christophe Honoré, mit Vincent Lacoste, Pierre Deladonchamps, Denis Podalydès. 132 Minuten. Deutscher Kinostart: 25. Oktober 2018.

Trailer 

Filmdokumention „Passing The Torch“

Seit über 30 Jahren dokumentiert der schwedische Filmemacher Staffan Hildebrand den weltweiten Kampf gegen die HIV/Aids-Epidemie. Die mittlerweile über 700 Stunden Filmmaterial sind digitalisiert und werden im The Face of AIDS Film Archive der Karolinska Institutet University Library in Stockholm bewahrt. Auf Basis dieses unermesslichen dokumentarischen Schatzes,der  ist nun der Dokumentarfilm „Passing the Torch“ in Vorbereitung. Mehr zum Prjekt auf magazin.hiv