Ausstellungen

"Projektionen auf die Krise"

In seiner 2014 erstmals gezeigten Video-Installation und in dem begleitend erschienen Band "Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)" gewährt der 1989 geborene Künstler Philip Gufler die Betrachter_innen einen kaleidoskopartigen Rückblick auf die Anfänge der Aids-Krise in der bayrischen Landeshauptstadt. Ausgangsmaterial für dieses dokumentarische Doppelprojekt sind Sammlungsstücke und Dokumente aus dem Archiv Forum Homosexualität München e.V.  Die Installation ist, zusammen mit Guflers "Quilts", einer Hommage an an Aids verstorbene Künstler, bis 3. September im Schwulen* Museum Berlin zu sehen.

Philip Gufler: "Projektionen auf die Krise." Hammannn & Von Mier, München 2014, 72 S., 14 Euro

 

"Rock Hudson und die AIDS-Krise"

Rock Hudson war einer der letzten großen Stars des alten Studiosystems in Hollywood, die Kinogänger kannten ihn als virilen Filmliebhaber von Doris Day oder Jane Wyman. Seine Homosexualität wurde in jenen Tagen sorgsam verborgen, einen schwulen Star wollte man dem Publikum nicht zumuten. Offenbar wurde dies erst, als Hudson i1985  als erster Prominenter seine Aids-Erkrankung bekannt gab – und in einer Zeit, als die Krankheit noch von viel Hysterie und Unwissen begleitet wurde,  für Aufmerksamkeit und ein wenig mehr Aufklärung sorgte. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Sammler Björn Klimek blickt das Schwule Museum*  in einer Ausstellung auf die Karriere des Stars, der damals zum Gesicht von Aids wurde. und zeigt anhand der Medienreaktionen, wie sich  die öffentliche Wahrnehmung der Epidemie änderte.

Parallel zu dieser Rock-Hudson-Schau erinnert das Schwule Museum*  auch an die Berliner Polittunte und Aidsaktivistin Ovo Maltine. Kernstück ist ein „Hausaltar“ für 2005 an den Folgen von Aids verstorbenen Kabarettistin, Schauspielerin (u. a. in Rosa von Praunheims „Neurosia“ und „Tunten lügen nicht“) und Direktkandidatin bei der Bundestagswahl 1998.

Bis 27.3.2017, Schwules Museum*, Lützowstraße 73, 10785 Berlin, www.schwulesmuseum.de

 

 

"AIDS at Home: Art and Everyday Activism"

AIDS at Home: Art and Everyday Activism examines how artists and activists have expanded the idea of caretaking and family and navigated the political stakes of domestic life in the face of the HIV/AIDS crisis, from the early 1980s to the present. From the earliest diagnoses, the HIV/AIDS epidemic has spurred New Yorkers to create new forms of social support, identify new legal battles, and explore new artistic terrain. The exhibition places paintings, photography, and film alongside archival objects from activist groups and support programs to uncover the private stories of HIV and AIDS and reconsider caretaking, community building, and making art as acts of resistance.

AIDS at Home includes work by more than 20 artists—well-known, emerging, and newly discovered—including David Wojnarowicz, Nan Goldin, Kia LaBeija, Hunter Reynolds, Hugh Steers, Luna Luis Ortiz, Lori Grinker, Avram Finkelstein, Susan Kuklin, L.J. Roberts, and Chloe Dzubilo, as well as several activist and arts organizations.
23.5.-22.10.2017, Museum of the City of New York.

"Screaming in the Streets: AIDS, Art, Activism"

By 1995 at the height of the epidemic in the United States there were an estimated 48,371 annual AIDS-related deaths. The story of the artistic and activist responses to this medical crisis were marked by intergenerational, communal, as well as individual associations. The AIDS epidemic provided a startling glimpse into the strange connections between the most private of our lives and the most public.

Linked in this way within the context of the exhibition are Kenny Burgess, Peter Hujar, Haoui Montaug, Essex Hemphill, David Wojnarowicz, Dorian Corey, Mark Morrisroe, Assotto Saint, Arthur Russell, Gordon Stevenson, Keith Haring, Reinaldo Arenas, Ethyl Eichelberger, Jimmy De Sana, and many, many others.

3.8.-23.9.2017, ClampART, New York City

"Aids - Nach einer wahren Begebenheit"

Die Ausstellung "Aids - Nach einer wahren Begebenheit" im Deutschen Hygiene-Museum ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der bekannten Szenarien des Aktivismus und der Krankheitsgeschichte. Ihr voran ging ein anderthalbjähriges Forschungsprojekt mit dem Titel "Aids als globales Medienereignis", welches vom Kurator der Ausstellung geleitet wurde.

Mit rund 10.000 Aids-Plakaten aus über 147 Ländern ist es erstmals möglich die Entwicklung der Krankheit hin zum medialen Ereignis auf internationaler Ebene zu betrachten. Aufgrund dieses besonderen Blickwinkels lassen sich die konkreten, politischen, wirtschaftlichen, ästhetischen und sozialen Entstehungsbedingungen der Aufklärungsplakate nachvollziehen.  

 5. 9. 2015 - 21. 2. 2016 Deutschen Hygiene Museum Dresden sowie danach u.a. im Musée international de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge

 

„LOVE AIDS RIOT SEX“

Das dreiteilige Ausstellungsprojekt zu Kunst, Aids und Aktivismus in der neuen Gesellschaft für bildende Kunst Berlin (nGbK) endete im Januar 2014.
Während sich der erste Teil auf die Jahre von 1987 bis 1995 konzentrierte, eine Zeit größter Verzweiflung und massiver Entrüstung in der Aids-Krise, widmete sich der zweite den künstlerischen Arbeiten von 1995 bis heute. Die Teilung ermöglichte es, historische Ansätze und die heutige zeitgenössische Wahrnehmung voneinander zu trennen. Es lässt Gegenüberstellungen zu und ergründet, was dem damaligen agitatorischen Schritt in die Öffentlichkeit aktuell entgegnet wird ­– in einer Zeit, in der Aids wieder zum Nicht-Thema wurde. In einem dritten Teil waren Arbeiten von Studierenden der Universität der Künste Berlin, der Muthesius Kunsthochschule Kiel und der University of Arts in Poznań zu sehen, die sich mit den Begriffen Liebe, Aids, Aktivismus und Sexualität auseinandersetzen.

Zum Gesamtprojekt erschien der Katalog „LOVE AIDS RIOT SEX“ (dt./engl.) mit Bildstrecken zu den präsentierten Werken, erläuternden Informationen zu den einzelnen Arbeiten und weiterführende Texte zu Aids, Kunst, Aufklärung und sozialer Bewegung, u. a. von Martin Dannecker, Axel Schock, Detlev Pusch, Rainer Hoffmann, Michael Richter und der Künstlergruppe Gran Fury.

 "LOVE AIDS RIOT SEX". 112 S., 20 Euro, nGbK, Berlin 2014

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